Johannes Kunckel und das Geheimnis des Rubinglases

In seinem neuen Buch „Träume aus Feuer“ widmet sich Florian Illies dem Alchemisten und Glasmacher Johannes Kunckel (1635–1703), einer der Persönlichkeiten am brandenburgischen Hof. Kunckel wurde vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm auf die Pfaueninsel geholt, weil man sich von ihm die Herstellung von Gold erhoffte. Doch statt sich allein der Alchemie zu widmen, erforschte er vor allem die Eigenschaften von Glas und entwickelte neue Verfahren zu dessen Herstellung und Färbung.

Sein größter Erfolg war das sogenannte Rubinglas, ein leuchtend rotes Glas von außergewöhnlicher Schönheit. Die auf der Pfaueninsel produzierte Glaskunst machte Brandenburg weit über seine Grenzen hinaus bekannt und galt als technologisches Meisterwerk ihrer Zeit. Kunckels Arbeit verband handwerkliches Können mit wissenschaftlicher Neugier und machte ihn zu einem Wegbereiter moderner Forschung.

Trotz dieser Erfolge nahm seine Geschichte kein glückliches Ende. Nach einem verheerenden Brand auf der Pfaueninsel und dem Tod seines wichtigsten Förderers verlor Kunckel seine Stellung am Hof. Florian Illies zeichnet das Bild einestr Forschers, der zwischen Alchemie und Aufklärung lebte und dessen Mut zum Experimentieren bis heute beeindruckt. Seine Geschichte zeigt, wie große Entdeckungen oft aus kühnen Ideen und der Bereitschaft entstehen, neue Wege zu gehen.

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung vom 30./31. Mai 2026 „Abenteuer am Brandenburger Hof“ von Karim Saab

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