Ortsfamilienbücher


TitelOFB Zäckerick /Neumark)
Zeitraum
Herausgeber
AutorNorbert Bosse
Linkhttps://www.online-ofb.de/zaeckerick/
 
Zäckerick auch Czekeritz*, heute Siekierki. Der Name ist slawischen Ursprungs und bedeutet *quot;Ort hinter den kleinen Hügeln*quot;. Das Dorf war schon sehr fr*uuml;h besiedelt, wie zahlreiche Funde aus der mittleren und jüngeren Bronzezeit (800–1500 vor Christus*rpar; beweisen.

Das Dorf liegt direkt am Ostufer der Oder gegenüber der deutschen Gemeinde Neurüdnitz im Oderbruch.

Erstmals wird das Dorf 1355 erwähnt, als es an das Kloster Zehden verliehen wird. Dort werden 14 slawische und 1 deutscher Kossät (Kleinbauer oder Häusler) erwähnt.

1432 war das Fischerdorf im Besitz der Familie "von Gustebis". Nach der Verpfändung 1448 an die Familie "von Bredow" ging es am 7. Januar 1466 durch den Kurfürsten Friedrich II. an die Johanniter und wurde Ordensgut des Markgrafen Karl von Schwedt, welcher Herrenmeister des Johanniterordens war und welcher auch Güstebiese besaß.

Im Amtsbuch "Grüneberg von 1625" sind folgende Personen erwähnt:

  • Fischer: Hans Köppen, Mewes Wegener, Hans Boche, Thias Wilde, Merten Beyerstorff, Burchard Strache, Hans Schilling, Hans Rubein, Caspar Mielentz, Hans Köppen, Paul Moer, Hans Koch, Paul Henning, Thias Schulze, Hans Tarruhn, Hans Scholtz, Michel Hase, Hans Koch, Thias Moer, Michel Köppen
  • Kossäten: Joachim Poppe (Schneider), Debes Hillebrandt, Greger Schultze, Drebes Stresow, Thomas Währt

1665 gab es 23 Fischer, 6 Kossäten, 5 Neubüdner. 1718 waren es schon 26 Fischer.

Nach dem Tod des Markgrafen wurde Prinz August Ferdinand, Sohn des Königs Friedrich Wilhelm I. von Preußen (1688–1740), Herrenmeister des Ordens.

Viele Brände zerstörten Scheunen, Wohnhäuser und Ställe. 1940 kam das Hochwasser, 1945 der Krieg und 1947 nochmals das Hochwasser, so dass man nichts mehr von den alten Häusern vorfindet.

Seit 1383 bis 1571 gehörte Zäckerick zum Landkreis Königsberg in der Neumark, von 1571 bis 1816 zum Regierungsbezirk Frankfurt/Oder der Provinz Brandenburg–Preußen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es unter polnische Verwaltung gestellt und in Siekierki umbenannt und gehört zur Gemeinde Cedynia im Powiat Gryfi&n324;ski, der Województwo Zachodniopomorskie in Polen.

Die Siedlung besteht heute aus verstreuten Häusern, die sich über die Landschaft erstrecken und so den ruhigen Eindruck einer ländlichen Gemeinde in dieser Grenzregion vermitteln.

Quellen:

  • Märkische Forschungen Band 6, Verein für Geschichte der Mark Brandenburg, 1867
  • Zäckerick an der Oder – Dorf der Fischer und der Löwinge, Thomas Wagner, 2013

Ein Dankeschön an Astrid Hinsch für manchen Hinweis.

Hinweis:

Ein Kossät (auch Kötter oder Kotsass) war ein historischer Kleinbauer oder Häusler (ab dem 14. Jh.) im östlichen Deutschland, der eine Kate und wenig Land besaß. Als Gegenleistung für Haus und Land leistete er dem Grundherrn Hand– und Spanndienste sowie Abgaben. Sie rangierten sozial unter den Vollhüfnern, oft als Handwerker.





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