Zur Veranstaltung des Forum Genealogie-Ahnenforschung am 10. Januar 2019…

Wolfgang Bulicke: info@bulicke.com

Referent war Gerd-Christian Treutler mit dem Thema: Namensvorkommen – Namensverteilung, Ursachen und Bedeutung.

Wie jeden ersten Donnerstag im Monat trafen sich auch am 10. Januar die Teilnehmer des Genealogieforums,,um einen interessanten Beitrag zu hören. Gerd-Christian Treutler referierte in seiner mitnehmenden Art über das große Thema der Familiennamen.

Beim ersten Punkt ging es um die Quellen der Deutung von Namen. Er erklärte den Namensbegriff vom Gattungs- zum Eigennamen. Am Anfang standen die Gattungsnamen. Diese wurden dann mit dem Ziel der Unterscheidung so gewählt, dass sie in ihrer Bedeutung in der Umgebung selten sind und so zu Eigennamen wurden.

Beim zweiten Punkt stellte er die Benennung der Bedeutung gegenüber. Die Benennung war ein einmaliger Vorgang. Die Bedeutung jedoch wurde zur Bezeichnung und somit zum Namen. Dabei erwähnte er auch Arnstadt mit seinen Häusernamen – die meisten Häuser stehen heute unter Denkmalschutz.

Der dritte Punkt führte in die Sprachgeschichte. Da geht es einmal um die Unterschiede vom Nieder- zum Hochdeutschen im Sprachgebrauch einschließlich der Dialekte; verschiedenste Einflüsse haben zu Veränderungen geführt.

Mit der Wortbedeutung als vierten Punkt erläuterte Gerd-Christian Treutler den Begriffswandel, veraltete Bezeichnungen und auch mögliche Doppelbedeutungen.

Der letzte große Punkt betraf die Sprachgeografie und Migration. Hier ging es natürlich um die Entstehungsorte sowie die anschließende Ausdehnung durch Migration. Bei dieser Gelegenheit sahen wir uns auf der Namenverbreitungskarte von Christoph Stöpel verschiedene Familiennamen an. Diese Karten dienen u. a. dazu, die Herkunftsgegend eines Familiennamens zu lokalisieren. Dabei sorgte auch Arbeitsmigration für Ausdehnung: Schlesische Bergarbeiter zum Beispiel zogen gegen Ende des 19. Jahrhunderts ins Ruhrgebiet, Menschen zogen vom Land in Großstädte wie Berlin etc.. Schließlich trug die Vertreibung 1945 als Folge des Krieges zur Ausdehnung bei.

Die Latinisierung der Namen brachte auch manche Veränderung / Irrung hervor. So wie zum Beispiel aus dem Namen Blei …. Pflaumenbaum wurde. Mit der Latinisierung wurde aus dem Namen Blei … Plumbum. Im Niederdeutschen Sprachgebrauch dann Plumboom … und so Pflaumbaum / Pflaumenbaum1.

Fazit: Ein sehr interessantes Referat. Anschließend kam es im Genealogieforum wie immer zum Abschluss zu einer allgemeinen Fragerunde, in der Wissen ausgetauscht und Hilfe angeboten wurde.

1 http://ingo1971.blogspot.com/2010/10/etwas-uber-namenkunde-in-der-genealogie.html