Mühlen-Verzeichnis



Das Brandenburger Mühlenverzeichnis ist ein offenes Projekt der Brandenburgischen Genealogischen Gesellschaft "Roter Adler" e.V. Mitmachen können hier nicht nur Vereinsmitglieder, sondern auch alle anderen Interessierten. In diesem Projekt sollen alle aktuell noch existierenden wie auch ehemaligen Mühlen im historischen Brandenburg erfasst werden.

Derzeit enthält dieses Verzeichnis Information zu 226 Mühlen.


Mühlenverzeichmis mit OSM-Karte

Wassermühle Bernsee Bernsee, Kreis Arnswalde




Fotograf/in: Birgit Drescher
Name der MühleWassermühle Bernsee
OrtBernsee, Kreis Arnswalde
BauartWassermühle
Funktion der MühleGetreidemühle, Mahl- und Schneidemühle
Datum des Baus
Datum des Abrisses
Erbauer
Längen- und Breitengrad °O
°N



Fotograf/in:
Beschreibung

Die Wassermühle befand sich am Mühlenfließ nordöstlich des Ortes1. “Die Mühle wurde bald nach dem Dreißigjährigen Kriege von dem bei Kühnemühle erwähnten Peter Kühne erbaut, aber schon 1660 an das Amt Marienwalde abgetreten”1. “So entstand hier noch vor dem Siebenjährigen Kriege neben Vorwerk und Schäferei, Mühle und Hütte das Dorf Bernsee” 1.  1747 wird Johann Georg Hertzberg als Mühlenmeister genannt (Erbverschreibung 1747, Erbkaufkontrakt 1757, Ersuch um Bestätigung der Erbverschreibung 1764)6.&nb sp;In den 1770er und 1780er Jahren wird Friedrich Wendel (auch Johann Ferdinand Wendel) als Mühlenmeister genannt8. Um 1773 wird die Mühle durch einen Wasserdurchbruch beschädigt.In den 1780er Jahren folgt Carl Ludwig Negendank als Mühlenmeister9. Dieser stellt um 1803 ein Gesuch um die Erlaubnis zum Bau einer Windmühle wegen Wassermangels bei seiner Bernseer Mahl- und Schneidemühle und schlägt dazu eine Fläche bei Plagow vor. Sie wird im Jahre 1806 als Zweigmühle der Mühle zu Bernsee errichtet und gehörte in den 1940er Jahren zu den ältesten noch vorhandenen Windmühlen des Kreises Arnswalde4. Anfang des 19. Jahrhunderts (mindestens von 1818-1925) war Heinrich Christian Wilhelm Gericke Mühlenmeister in der Wassermühle Bernsee und der Plagower Windmühle 2,3. Er soll während oder der Napoleonischen Zeit verarmt sein, unter a nderem weil die französischen Truppen ihm seine Pferde nahmen14. Die Wassermühle hat 1825 zwei Mahlgänge und einen Graupengang und wurde im selben Jahr zusammen mit der Windmühle zum Verkauf angeboten3.  1827 wird Johann Wilhelm Blümchen als Mühlenmeister genannt.10 Die Familie Blümchen scheint noch bis mindestens 1878 die Bernseer Mühle in Besitz gehabt zu haben11. Seit 1935 bis 1945 betreibt Müller Wendt die Mühle11. Die Mahl- und Schneidemühle besaß 1935 ein Wasserrad, aber auch einen 18 PS-Elektromotor4.

 

Birgit Drescher

 

Quellen:

1-                Unterlagen im Archiv Haus Brandenburg in Fürstenwalde

2-                Taufregister Bernsee 1818

3-                Amtsblatt der Regierung Frankfurt a.d.Oder 1825

4-                Heimatkalender für den Kreis Arnswalde 1941 („DIE MÜHLEN DES KREISES ARNSWALDE”, Seite 86 – 88)

5-                Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), 3 Neumärkische Kammer 2364

6-                Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), 3 Neumärkische Kammer 2367

7-                Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), 3 Neumärkische Kammer 18199

8-                Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), 3 Neumärkische Kammer 2365

9-                Archiv für Sippenforschung und alle verwandten Gebiete, 1973 und https://neumark.agoff.de/brmu1800.htm, am 13.08.2021

10-           Amtsblatt der Regierung Frankfurt a.d.Oder 1827

11-           Amtsblatt der Regierung zu Frankfurt a. d. Oder 1857

12-           Programm des Gymnasiums mit Realklassen zu Landsberg a. W. 1878

13-           http://wiki-de.genealogy.net/Einwohnerliste_Bernsee_um_1945, am 13.08.2021

14-           Überlieferung der Nachkommen




Die folgenden zusätzlichen Informationen stammen aus dem genealogischen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie e.V
°O
°N



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