Mühlen-Verzeichnis



Das Brandenburger Mühlenverzeichnis ist ein offenes Projekt der Brandenburgischen Genealogischen Gesellschaft "Roter Adler" e.V. Mitmachen können hier nicht nur Vereinsmitglieder, sondern auch alle anderen Interessierten. In diesem Projekt sollen alle aktuell noch existierenden wie auch ehemaligen Mühlen im historischen Brandenburg erfasst werden.

Derzeit enthält dieses Verzeichnis Information zu 226 Mühlen.


Mühlenverzeichmis mit OSM-Karte

Alte Mühle Klein Wall Klein Wall




Fotograf/in: Martina Rohde 2008
Name der MühleAlte Mühle Klein Wall
OrtKlein Wall
BauartWassermühle
Funktion der Mühlezunächst Schneidemühle, später Mahl- und Schneidemühle
Datum des Baus1662 als Schneidemühle erbaut, später Umbau zur Mahl- und Schneidemühle
Datum des Abrisses
Erbauer
Längen- und Breitengrad13.869708 °O
52.416285 °N



Fotograf/in: Martina Rohde 2008
Beschreibung
Der Kurfürst von Brandenburg Friedrich Wilhelm, genannt der Große Kurfürst, erteilte am 12. August 1662 seinem Bauschreiber Johann Schlund und Johann Behrends, dem Leibschneider seiner Gemahlin, die Genehmigung eine Schneidemühle mit zwei Gängen an der Löcknitz auf ihre eigenen Kosten anzulegen. Durch das in der Eiszeit entstandene Urstromgebiet fließt die etwa 28 km lange Löcknitz. Mit dem Wasseranstau wurde der Betrieb einer Schneidemühle ermöglicht. 1688 bestätigte Kurfürst Friedrich III. seinem geheimen Kanzlisten Casimir Rux den Besitz von Klein Wall und in der Folge weitere Privilegien, die die Entwicklung zu einem Freigut ermöglichte. Der Hofbäcker Johann Christian Wittig, seit 1786 Besitzer der Schneidemühle, erhielt kurze Zeit später die Genehmigung zum Bau einer Kornmühle. Mit Fischfang und Ackerbau kamen in den Folgejahren zusätzliche Bewirtschaftungen hinzu. 1801 wird die Mühle als Wassermahl- und Schneidemühle beschrieben. Einer der bemerkenswertesten Mühlenbesitzer war von 1802/1803 bis 1807 Ignaz Aurelius Feßler (geb. 18.05.1765 Zurndorf/Ungarn, gest. 15.12.1839 St. Petersburg), ein Gelehrter und Schriftsteller, der auch die durchziehenden Scharen Napoleons in Klein Wall erleben musste. 1840 entstanden drei Wohnhäuser am Kleinen Wall. 1958 wurde ein Schullandheim des Berliner Stadtbezirks Prenzlauer Berg für Berliner Kinder im ehemaligen Mühlengebäude in Klein Wall errichtet. Mit 16 zusätzlichen Bungalows auf dem gegenüberliegenden Gelände wurde das Objekt erweitert. 1984 wurde das Löcknitztal rund um Klein Wall zum Naturschutzgebiet erklärt. Von 1987 bis 1989 wurde eine Forellenzucht- und Mastanlage durch die Fischereigenossenschaft werktätiger Fischer Berlin Köpenick errichtet. Die Fischproduktion erfolgte nach Fertigstellung aus wirtschaftlichen Gründen nur wenige Monate. Ab 1990 wurde der Betrieb zu einem Angelparadies mit den Fischweihern und Angelteichen umgestaltet. 2011 wurde eine ca. 2 km lange asphaltierte Zufahrt von Altbuchhorst gebaut.



Die folgenden zusätzlichen Informationen stammen aus dem genealogischen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie e.V
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