Für das Ortsfamilienbuch wurde das Kirchenbuchduplikat der altlutherischen Gemeinde von Brüssow für den Zeitraum 1850 bis 1874 ausgewertet. In Folge der Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden in Preußen 1817 und einer neuen Agende des preußischen Königs kam es zu separatistischen Bewegung unter den lutherischen Gemeinden. Unter der Leitung des Breslauers Theologieprofessors Johann Gottfried Scheibel formierte sich eine von der Landeskirche und dem preußischen Staat unabhängige evangelisch-lutherischen Kirche in Preußen. Auch in der kleinen Ackerbürgerstadt Brüssow in der Uckermark gab es eine altlutherische Kirchengemeinde. In der Anfangsphase ging der preußische Staat mit harten Verfolgungsmaßnahmen gegen die Altlutheraner vor. Was zu einer großen Auswanderungswelle nach Nordamerika und Australien bei den Altlutheranern führte. Eine staatliche Duldung erfolgte erst 1841. Unter harten Auflagen wurden die Altlutheraner 1845 staatlich anerkannt. Die Kirche der Altlutheraner in Brüssow wurde 1858/1859 erbaut und beherbergt seit 1964 das Heimatmuseum Brüssow (http://www.amt-bruessow.de/verzeichnis/visitenkarte.php?mandat=46264). |