NS-Zeit Archive - Brandenburgische Genealogische Gesellschaft Roter Adler e. V: https://www.bggroteradler.de/tag/ns-zeit/ Familien- und Regionalgeschichtsforschung in Brandenburg Wed, 14 Aug 2024 13:28:47 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Toxische Ahnenforschung https://www.bggroteradler.de/toxische-ahnenforschung/ Wed, 14 Aug 2024 13:28:47 +0000 https://www.bggroteradler.de/?p=11061 Mit dem sicherlich durchaus provokativ gemeinten Schlagwort „Toxische Ahnenforschung“ bezeichnet der Journalist Thies Marsen seine Nachforschungen zu den wahren Hintergründen familiärer Überlieferungen über die Rolle seiner Großeltern unter der NS-Herrschaft. Seine 2020 im Alter von 103 Jahren verstorbene Großmutter erzählte oftmals, dass sie es war, die die Aktentasche beschafft hat, in der Claus Schenk Graf Stauffenberg am 20. Juli 1944 den Sprengsatz unter dem Besprechungstisch der Wolfsschantze plazierte. Sein Großvater, der Generalstabsoffizier Walter Rudolph soll zum Kreis der Verschwörer gehört [...]

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Mit dem sicherlich durchaus provokativ gemeinten Schlagwort „Toxische Ahnenforschung“ bezeichnet der Journalist Thies Marsen seine Nachforschungen zu den wahren Hintergründen familiärer Überlieferungen über die Rolle seiner Großeltern unter der NS-Herrschaft. Seine 2020 im Alter von 103 Jahren verstorbene Großmutter erzählte oftmals, dass sie es war, die die Aktentasche beschafft hat, in der Claus Schenk Graf Stauffenberg am 20. Juli 1944 den Sprengsatz unter dem Besprechungstisch der Wolfsschantze plazierte. Sein Großvater, der Generalstabsoffizier Walter Rudolph soll zum Kreis der Verschwörer gehört haben. Geglaubt hat der Großmutter zunächst niemand, doch dann hat er sich dem journalistischen Reiz, die Angaben zu überprüfen doch nicht entziehen können.

In seinem 4-teiligen, jeweils rund 40-minütigen Podcast des Bayerischen Rundfunks

„Omas Tasche und dass Hitler-Attentat“

nimmt er nun den Hörer mit auf seine Erkundungsreise.

Was Marsen tut, dokumentiert er mit seinem Aufnahmegerät in der Hand, und es ist ihm ein akustisches Meisterwerk der Aufarbeitung deutscher Geschichte gelungen. (Friedrich Burschel)

Zu empfehlen ist auch das Buch „Opa war kein Nazi. Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis“ von Harald Welzer, Sabine Moller und Karoline Tschuggnall.

Über die familiäre Täterforschung von Johannes Spohr informieren die Webseiten:

www.presentpast.net und wwwpreposition.de

Eine bemerkenswerte Erkenntnis der aktuellen Geschichtswisenschaft geht von allenfalls 200.000 Deutschen aus, die tatsächlich unter Einsatz ihres Lebens Widerstand im NS-Regime geleistet haben, also nur rund 0,3 Prozent der damaligen Beökerung. Und das waren hauptsächlich Kommunisten, sowie Sozialdemokraten, Christen, Juden und einige andere.

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Akteninhalte aus der NS-Zeit im BLHA online https://www.bggroteradler.de/akteninhalte-aus-der-ns-zeit-im-blha-online/ Wed, 14 Feb 2024 13:50:12 +0000 https://www.bggroteradler.de/?p=10890 Gestern wurde im BLHA auf einem Pressetermin die Online-Stellung von 40.460 Akten der Vermögensverwertungsstelle des Oberfinanzpräsidenten von Berlin-Brandenburg, die während der NS-Zeit entstanden sind, als Digitalisate online verfügbar gestellt. Die über 2,7 Millionen Aktenseiten enthalten die Dokumentation der entzogenen Vermögenswerte sogenannter „Reichsfeinde“, darunter mehrheitlich jüdischer Bürger. Diese mussten vor ihrer Deportation oder Verschleppung in eines der Konzentrationslager ihre letzten Vermögenswerte offenlegen, damit diese eingezogen und im Falle von Sachwerten oft über öffentliche Versteigerungen verwertet werden konnten. Eine zu diesem Thema [...]

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Gestern wurde im BLHA auf einem Pressetermin die Online-Stellung von 40.460 Akten der Vermögensverwertungsstelle des Oberfinanzpräsidenten von Berlin-Brandenburg, die während der NS-Zeit entstanden sind, als Digitalisate online verfügbar gestellt. Die über 2,7 Millionen Aktenseiten enthalten die Dokumentation der entzogenen Vermögenswerte sogenannter „Reichsfeinde“, darunter mehrheitlich jüdischer Bürger. Diese mussten vor ihrer Deportation oder Verschleppung in eines der Konzentrationslager ihre letzten Vermögenswerte offenlegen, damit diese eingezogen und im Falle von Sachwerten oft über öffentliche Versteigerungen verwertet werden konnten.

Eine zu diesem Thema veröffentlichte Publikation verdeutlicht die Hintergründe:

Friedenberger, Martin: Fiskalische Ausplünderung – Die Berliner Steuer- und Finanzverwaltung und die jüdische Bevölkerung 1933 bis 1945, Berlin 2008,

ISBN: 978-3-938690-86-4

Den Zugang erhält man über die normale Archivrecherche des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (BLHA). Es handelt sich um die Rep. 36A Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg (II) Vermögensverwertungsstelle.

Hier findet man die Personenakten alphabetisch geordnet.

Als Beispiel haben wir hier die Akte von Ludwig Chodziesner, dem Vater der Lyrikerin Gertrud Kolmar, verlinkt. Die Digitalisate werden im DFG-Viewer angezeigt und können vergrößert und auch heruntergeladen werden.

Hiermit bietet das BLHA erneut einen bedeutenden Bestand als Volldigitalisat an, der es dem interessierten Forscher erlaubt, von überall und zu jeder Zeit Zugriff auf die Inhalte zu nehmen.

„Jeder kann nun selbst nachlesen, was damals geschah“, erklärte Dominic Strieder, Archivar im BLHA, die Wichtigkeit dieses Bestandes und seiner aufwendigen Zugänglichmachung.

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