Mühlen-Verzeichnis

 

Das Brandenburger Mühlenverzeichnis ist ein offenes Projekt der Brandenburgischen Genealogischen Gesellschaft „Roter Adler“ e.V. Mitmachen können hier nicht nur Vereinsmitglieder, sondern auch alle anderen Interessierten. In diesem Projekt sollen alle aktuell noch existierenden wie auch ehemaligen Mühlen im historischen Brandenburg erfasst werden.

Derzeit enthält dieses Verzeichnis Information zu 211 Mühlen.


Mühlenverzeichmis mit OSM-Karte

Schubertsche Scheunenwindmühle Saalow




Fotograf/in: Gerd Schwarzlose
Name der MühleSchubertsche Scheunenwindmühle Saalow
OrtSaalow
BauartScheunenwindmühle
Funktion der MühleSchrotmühle
Datum des Baus1864 in Podemus (Sachsen), ab 1992/1993 in Saalow
Datum des Abrisses
Erbauer
Längen- und Breitengrad °O
°N



Fotograf/in: Gerd Schwarzlose
Beschreibung
Die Scheunenwindmühle in Saalow (auch Scheunenmühle) ist eine Windmühle, bei der der Antriebswind direkt durch das Mühlengebäude hindurchströmt und nicht, wie allgemein üblich, um die Mühle herumgeleitet wird. Das daher mitunter als “hölzerne Windturbine“ klassifizierte Gebäude aus dem 19. Jahrhundert wurde ursprünglich im heutigen Dresdner Ortsteil Podemus errichtet. Es ist in seiner Art weltweit einmalig. Das Gebäude mit der Adresse Dorfaue Saalow 19 befindet sich in Saalow, einem Ortsteil der Gemeinde Am Mellensee im Landkreis Teltow-Fläming in Südbrandenburg. Es steht neben dem dortigen Bürgerhaus in der Dorfmitte. Die Scheunenwindmühle ist ein viereckiger, zweigeschossiger Fachwerkbau, der in verschlossenem Zustand zunächst einer einfachen Scheune ähnelt. An zwei Seiten des Gebäudes befinden sich zwei achteckige hölzerne Scheunentore mit direkt dahinter liegenden Windrädern aus Fichtenholz. Das größere Windrad an der Westseite hat einen Durchmesser von 4,70 Meter. Es besitzt zwei Kammräder, von denen das vordere den Schrotgang antrieb und das hintere als Bremse diente. Für den Sackaufzug nutzte man als Antrieb das kleinere Windrad an der Südseite, das einen Durchmesser von 3,85 Meter aufweist. Das komplett erhaltene Mahlwerk dieser Getreidemühle befindet sich im Obergeschoss. Bei den zum Bau verwendeten Holzarten herrschen Rotbuche und Stieleiche vor. Das Mühleninnere enthält einige volkskünstlerische Verzierungen. Um die Mühle in Gang zu bringen, öffnet man die beiden Scheunentore. Die insgesamt vier Flügel des größeren Tores dienen als Leitflächen für die einströmende Luft. Der Wind treibt die in die Gebäudemauern eingelassenen Windräder an, strömt durch den Innenraum des Untergeschosses hindurch und verlässt das Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite durch zwei Öffnungen. Werden die beiden Tore wieder verschlossen, endet die Rotation der von ihnen vollständig verdeckten Windräder. Nicht belegt und sehr fraglich ist, ob diese Konstruktion effektiv gearbeitet hat.

Der Mietvertrag mit dem Grundstücksbesitzer lief 1980 aus. So bemühte sich das Volkskunstmuseum per Rundschreiben um Interessenten für eine Wiedererrichtung. Dem damaligen Besitzer der Saalower Paltrockmühle, Bernd Maywald, gelang es, das Objekt 1980 aus dem Besitz des Bezirks Dresden in den Besitz des Kreises Zossen zu überführen und es nach Saalow zu holen. Er war ohnehin mühlendenkmalpflegerisch tätig, sowohl in Bezug auf seine eigene Mühle als auch beim Kulturbund. Im Jahr 1986 begannen unter seiner Leitung die Bemühungen, die Anlage in eine bereits vorhandene Saalower Scheune einzubauen. Der Bau war bereits weit fortgeschritten, als verschiedene Gründe zum Abbruch dieses Projekts führten. Dieser Umstand erwies sich später jedoch als günstig, denn die Folge war der komplette Wiederaufbau an einem besseren Standort: gut einsehbar in der Ortsmitte, auf den Fundamenten einer ehemaligen Scheune. In einjähriger Bauzeit wurde die Mühle von 1992 bis 1993 in Saalow, mehr als 100 Kilometer nördlich ihres ursprünglichen Standorts, wieder aufgebaut. Dies geschah nach entsprechenden kommunalen Beschlüssen unter der Leitung einer Architektin und von Bernd Maywald als Fachberater. Dem gewählten Standort neben dem Bürgerhaus angepasst, wurde die neue Mühlenscheune nicht zuletzt zwecks besserer Präsentation teilweise seitenverkehrt errichtet. Beim Wiederaufbau richtete man sich jedoch nach den alten Zeichnungen und Fotografien, baute die noch erhaltene Technik wieder ein und ging besonders beim Innenausbau möglichst detailgetreu vor. Die spätere Obhut und Pflege übernahm der Verein „Scheunenwindmühle Saalow e. V.“. Seit 1995 ist die Scheunenwindmühle für Touristen zugänglich und ist ein besonderer und auffälliger Bestandteil der Saalower Dorfbebauung.

Mehr Informationen zur Schubertsche Scheunenwindmühle Saalow:

Offizielle Internetseite der Scheunenwindmühle
http://scheunenwindmuehle.de/
Eintrag in der Denkmaldatenbank des Landes brandenburg
https://ns.gis-bldam-brandenburg.de/hida4web/view?docId=obj09105488.xml

Die folgenden zusätzlichen Informationen stammen aus dem genealogischen Ortsverzeichnis des
Vereins für Computergenealogie e.V
Name:Saalow
GOV-Kennung:SAALOWJO62QE
Längen- und Breitengrad:13.3723825 °O
52.1920775 °N
Höhe über NN



Zurück zur Übersicht