Exkursion am 15.09.2018 nach Cottbus

Unsere jährliche Exkursion führte uns diese Mal nach Cottbus. Wolfgang Bauch empfing 12 weitere Vereinsmitglieder und Interessierte kurz nach 9 Uhr am Bahnhof Cottbus. Beim Spaziergang zum Apothekenmuseum bewies Wolfgang sich als ausgezeichneter Stadtführer. Er machte uns auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt aufmerksam und hatte viel Historisches zu berichten. Viel Zeit war jedoch nicht dafür, da wir bereits um 10 Uhr im Apothekenmuseum erwartet wurden.

Dort erhielten wir phantastische Einblicke in die Geschichte der Pharmazie. Hier lässt sich die Geschichte der Cottbuser Apotheken bis 1531 zurückverfolgen. 1573 eröffnete die Löwen-Apotheke, in der sich heute das Museum befindet. Wir erhielten Einblicke in die wunderschöne alte Offizin der früheren Adler-Aptoheke, deren Exponate sich hier befinden. Uralte Gerätschaften, Mörser und zahlreiche Kräuter lassen erahnen, wie interessant, aber auch verantwortungsvoll der Beruf des Apothekers damals war und auch heute noch ist. Ganz besonderen Respekt hatten wir vor dem Giftschrank. Zahlreiche Kräuter, deren Wirkung wir kennen lernen durften, werden heute frisch im Museum verkauft. Die Zeit war wieder einmal viel zu kurz, aber das Mittagessen wartete bereits im „Brau & Bistro“ auf uns. Nachdem wir gut gestärkt waren, ging es weiter zum Stadtmuseum. Auf dem Weg dorthin berichtete Wolfgang über sehenswerte Gebäude und konnte uns so erneut mit seiner Heimatstadt bekannt machen.

Im Stadtmuseum wartete bereits der Archivar auf uns. Er hatte originale Adressbücher früherer Jahrhunderte für uns zur Ansicht, Personalakten der Bürgermeister von 1937, Aufzeichnungen des Königlichen Standesamtes zu Cottbus ab 1918 und weitere sehr alte und gut erhaltene Aufzeichnungen. Wir erfuhren, wie man zunächst über Findbücher erfährt, an welchen Stellen für die Forschungstätigkeit wichtige Informationen zu finden sein könnten. Nachdem wir über die Struktur des Archivs aufgeklärt wurden, durften wir in den alten Akten und Büchern blättern, die sehr interessante Informationen enthalten.

Mit Kaffee und Kuchen im Garten des City Hotels ließen wir den Tag bei guten Gesprächen ausklinken. Nach so vielen neuen Eindrücken und Informationen genossen wir den leckeren Kuchen.

Um 17 Uhr ging es dann für die Meisten von uns per Bahn Richtung Heimat.
Der Tag ist wieder einmal viel zu schnell vergangen. Er war jedoch sehr informativ. Besonders schön war, dass dieses Mal einige Mitglieder dabei waren, die bisher noch nicht an unseren Exkursionen teilgenommen haben. So hatte man gute Gelegenheiten, sich untereinander besser kennen zu lernen.

Weitere Informationen zur Stadtgeschichte hat Wolfgang Bauch hier zusammen gestellt:
Am 15. Februar 1945 wurde Cottbus von 435 US-Bombern angegriffen. Sie warfen mehr als 4.000 Sprengbomben ab. Über 1.000 Menschen starben. Darunter 400 Kinder auf dem Bahnhof in einem Zug. 2.500 Menschen wurden verwundet und 13.000 obdachlos. 356 Wohnhäuser wurden zerstört, 3.600 Wohnungen beschädigt. Im April 1945 ist auch die Oberkirche ausgebrannt.
Vor dem 2. Weltkrieg lebten in Cottbus 55.000 Menschen. Zum Kriegsende waren es noch 3.000. Heute leben in Cottbus wieder 100.000 Menschen.

Großenhainer Bahnhof
Ich persönlich finde dieses Gebaude sehr schön. Es ist ein wenig versteckt und viele kennen es vermutlich gar nicht. Es war einer von vormals zwei Cottbuser Bahnhöfen (Berliner und Großenhainer Bahnhof). Als Gegenstück gibt es in Großenhain noch immer den Cottbuser Bahnhof.
Die Cottbus-Großenhainer Eisenbahn-Gesellschaft (CGE) war eine preußische Eisenbahngesellschaft. Sie war Eigentümerin der Eisenbahnverbindung zwischen Großenhain, Cottbus und Frankfurt (Oder).
Die Gesellschaft wurde 1868 gegründet, wobei die Leipzig-Dresdener Eisenbahn-Gesellschaft ein Drittel des Kapitals zeichnete, da sie für sich von der neuen Bahn zusätzlichen Verkehr erhoffte. Sie übernahm auch die Betriebsführung, als die 80 km lange Strecke Cottbus – Senftenberg – Großenhain am 20. April 1870 eröffnet wurde. Erster Direktor der CGE mit Sitz in Cottbus war bis 1876 Karl Eduard Zachariae von Lingenthal. Die Cottbus-Großenhainer Eisenbahn verdankt hauptsächlich ihm ihr Dasein.
Karl Eduard Zachariae von Lingenthal (* 24. Dezember 1812 in Heidelberg; † 3. Juni 1894 in Großkmehlen) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Rechtshistoriker. Sein Fachgebiet war die byzantinische Rechtsgeschichte.
Für die Großenhain–Cottbuser Eisenbahn wurde 1873 der Großenhainer Bahnhof, nördlich des Berliner Bahnhofs gebaut. 1880 wurde dieser Bahnhof wieder geschlossen und die Züge vom Berliner Bahnhof abgefertigt. Das Empfangsgebäude des Großenhainer Bahnhofs existiert noch und dient der Bahnverwaltung.
1886 wurden die Bahnsteige durch einen Tunnel verbunden, der heutzutage Spreewaldtunnel genannt wird. Vermutlich weil er der Zugang vom Hauptbahnhof zum Spreewaldbahnhof war. Im Norden des Bahnhofes entstanden Güterverkehrsanlagen.
Erst mit Inbetriebnahme der neuen Personenunterführung wird der historische Spreewaldtunnel geschlossen. Sein Rückbau ist für 2019 geplant.
Informationen zum Umbau des Cottbuser Bahnhofs:
http://umbau-bahnhof-cottbus.de/

360-Grad-Rundgang (Vision nach Fertigstellung)
http://umbau-bahnhof-cottbus.de/360rundgang/

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Cottbus
https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Gro%C3%9Fenhain%E2%80%93Cottbus
https://de.wikipedia.org/wiki/Cottbus-Gro%C3%9Fenhainer_Eisenbahn-Gesellschaft
https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Eduard_Zachariae_von_Lingenthal
http://umbau-bahnhof-cottbus.de/interaktivekarte/personentunnel/

Die Zwillinge Cosmas und Damian gelten als die Schutzpatrone der Ärzte und Apotheker. Sie lebten in der frühen Zeit des Christentums in Syrien und sind in der heutigen Türkei gestorben. Sie waren Ärzte und haben Kranke kostenlos behandelt. Deshalb wurden bzw. werden sie als Heilige verehrt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kosmas_und_Damian