Archäologisches Fenster statt Abriss

Presseinformation

Brandenburgische Genealogische Gesellschaft fordert Erhalt des Cottbuser mittelalterlichen Ziegeleibrennofens:

Archäologisches Fenster statt Abriss

Der unlängst in Cottbus entdeckte mittelalterliche Ziegeleibrennofen muss nicht nur virtuell erhalten bleiben. Das fordert Gerd-Christian Treutler, Vorsitzender der Brandenburgischen Genealogischen Gesellschaft (BGG) „Roter Adler“ e.V.

Es handle sich um einen einzigartigen Fund aus dem 14./15. Jahrhundert mit etlichen Alleinstellungsmerkmalen. Neben dem ausgesprochen guten Erhaltungszustand seien die Lage innerhalb der historischen Stadtmauer und der Umstand, dass der Ofen seinerzeit zum Teil in das Erdreich eingelassen war erwähnt. Die Bedeutung des archäologischen Fundes gehe weit über Cottbus hinaus und bedürfe der weiteren Erforschung. In dieser Bewertung seien sich alle Experten einig. Allerdings werde damit argumentiert, dass die Kosten für den Erhalt dem Bauherren nicht zuzumuten seien. “Wenn dem so ist, müssen hier umgehend Lösungen gefunden werden.“, so Treutler weiter. Hierbei sei auch die zuständige Fachministerin Frau Dr. Münch gefordert.

Treutler: „Ein Abriss wäre eine Schande. Was Jahrhunderte überstanden hat, darf nicht mit einem Federstrich vernichtet werden. Wir können uns den Erhalt an Ort und Stelle in Form eines sogenannten archäologischen Fensters, wie man es aus Köln, Spandau, Regensburg oder anderen Städten kennt sehr gut vorstellen.“ Dieses sollte in geeigneter Form in das private Bauprojekt eingebunden werden und für die Öffentlichkeit zugänglich sein. So könne ein weiteres Highlight für Cottbus, seine Besucher und nachfolgende Generationen geschaffen werden.

Die Brandenburgische Genealogische Gesellschaft sieht ihr Hauptbetätigungsfeld Ahnenforschung immer auch im Kontext mit der Geschichte, insbesondere der regionalen Geschichte. Die Geschichte der Städte und Gemeinde und die Biografien unserer Vorfahren, ihre Leistungen, seien untrennbar miteinander verbunden.

Hintergrundinformationen unter: LR-Online: Gespräche zu Cottbusser Lehmofen laufen